Wissen

Digitale Kundenkarten in Österreich und der Schweiz

1. September 2026 · WalletPass Club

Technisch funktionieren Wallet-Karten in Österreich und der Schweiz genauso wie in Deutschland — Apple Wallet und Google Wallet sind länderunabhängig. Unterschiede gibt es im Recht: Österreich wendet die DSGVO mit eigenem Datenschutzgesetz an, die Schweiz das revidierte DSG, das der DSGVO ähnelt, aber nicht deckungsgleich ist. Praktisch relevant sind außerdem Währung, Serverstandort und mehrsprachige Bedienung.

Dieser Beitrag ordnet die Praxis ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Wer grenzüberschreitend Kundendaten verarbeitet, sollte den konkreten Fall anwaltlich prüfen lassen — besonders beim Datenfluss zwischen der Schweiz und der EU.

Was überall gleich ist

Ein Wallet-Pass kennt keine Landesgrenze. Die Datei liegt auf dem Gerät, die Aktualisierung läuft über die Dienste von Apple und Google, und beide sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichermaßen verfügbar. Ein Schweizer Gast kann eine Karte eines deutschen Cafés benutzen und umgekehrt.

Datenschutz: drei Regelwerke

LandRegelwerkBesonderheit
DeutschlandDSGVO + BDSGErgänzende nationale Regeln, etwa zum Beschäftigtendatenschutz
ÖsterreichDSGVO + DSGEigene Aufsichtsbehörde, im Kern dieselben Pflichten
Schweizrevidiertes DSGSeit September 2023 in Kraft; der DSGVO ähnlich, aber eigenständig

Für Betriebe, die Karten an Kundschaft in mehreren Ländern ausgeben, ist die praktische Folge überschaubar: Wer die DSGVO ernst nimmt, erfüllt in aller Regel auch die österreichischen Anforderungen und liegt beim revidierten Schweizer DSG nah dran. Umgekehrt gilt das nicht — wer nur nach Schweizer Recht arbeitet und Kunden in der EU hat, muss nachbessern.

  • Einwilligung, Auskunft und Löschung sind in allen drei Rechtsordnungen vorgesehen.
  • Das revidierte Schweizer DSG kennt keine Bußgelder gegen Unternehmen in DSGVO-Höhe, dafür eine persönliche Verantwortlichkeit.
  • Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist in allen drei Fällen der richtige Weg.
  • Die Schweiz gilt aus EU-Sicht als Land mit angemessenem Datenschutzniveau — Übermittlungen dorthin sind damit unkritischer als in viele andere Drittstaaten.

Serverstandort

Ein Standort in der EU ist für österreichische Betriebe der Normalfall und für Schweizer Betriebe unproblematisch. Wer als Schweizer Betrieb ausschließlich Schweizer Kundschaft hat, kann einen Schweizer Standort bevorzugen — nötig ist er nicht. WalletPass Club hostet in Deutschland.

Währung und Beträge

Punktestände sind währungsunabhängig, Beträge nicht. Wer in Franken rechnet, braucht Preise und Rabattbeträge in Franken — und sollte nicht Euro-Beträge umrechnen lassen, weil sich Kurse ändern und Kunden dann Zahlen sehen, die nicht zum Kassenbon passen.

Sprache

Deutsch trägt in allen drei Ländern, aber nicht überall allein: In der Schweiz kommen Französisch und Italienisch hinzu, in Grenzregionen und im Tourismus außerdem Englisch. Wer Karten an internationale Gäste ausgibt, sollte die Sprache je Kunde erfassen — sonst kommen Push-Nachrichten in einer Sprache an, die niemand liest.

Brauche ich für Kunden in der Schweiz einen eigenen Vertrag?

In der Regel nicht. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO deckt die Verarbeitung ab; das revidierte Schweizer DSG verlangt eine vergleichbare Vereinbarung und erkennt sie inhaltlich an. Für den Einzelfall gilt die Empfehlung oben, anwaltlich prüfen zu lassen.

Funktioniert Google Wallet in der Schweiz und in Österreich?

Ja, in beiden Ländern. Die Verfügbarkeit von Google Wallet unterscheidet sich weltweit nach Funktion — Zahlungsfunktionen sind stärker eingeschränkt als Karten dieser Art. Für Kundenkarten ist der deutschsprachige Raum durchgehend abgedeckt.

Muss ich für jedes Land eine eigene Karte anlegen?

Nur wenn sich die Konditionen unterscheiden. Gilt derselbe Vorteil überall, genügt eine Vorlage. Unterschiedliche Währungen oder Prämien sind dagegen ein guter Grund für getrennte Vorlagen.

Lieber selbst ausprobieren als weiterlesen?

Demo ausprobieren